Ernährungsplan: Wurst und Käse auf Brot bei KHK, pAVK & Diabetes Typ 2
Dieser Plan und die Liste richten sich an die speziellen gesundheitlichen Anforderungen bei koronarer Herzkrankheit (KHK), pAVK (periphere arterielle Verschlusskrankheit, Oberschenkeltyp, Stadium IIa) und Diabetes mellitus Typ 2. Bei diesen Gefäß- und Stoffwechselerkrankungen stehen der Schutz der Blutgefäße (Vermeidung weiterer Verkalkung), die Blutdruckkontrolle und ein stabiler Blutzuckerspiegel im Vordergrund.
Herkömmliche Wurstwaren sind oft problematisch, da sie reich an gesättigten Fettsäuren, Cholesterin und Speisesalz sind. Dennoch gibt es bessere Alternativen, wenn man nicht auf Wurst auf dem Brot verzichten möchte.
Liste: Empfehlenswerte Wurstsorten (in Maßen)
Die folgenden Sorten sind fettarm, enthalten weniger gesättigte Fettsäuren und sind als magere Proteinquelle besser geeignet. Dennoch sollte auch hier auf den Salzgehalt geachtet werden.
- Geflügelaufschnitt: Putenbrust oder Hähnchenbrust (am besten natur gebraten oder gekocht, nicht paniert). Sehr fettarm und proteinreich.
- Magerer Kochschinken: Ohne sichtbaren Fettrand. Besser als roher Schinken, da dieser meist salziger und fettreicher ist.
- Corned Beef (Deutsches Corned Beef): Aus Rindfleisch hergestellt, sehr mager und proteinreich.
- Aspik und Sülze: Wenn sie mit magerem Fleisch (z.B. Pute oder mageres Schweinefleisch) und Gemüse hergestellt sind.
- Lachsschinken: Zwar vom Schwein, aber ein sehr mageres Stück (aus dem Kotelettstrang). In Maßen genießen (wegen des Salzes).
- Pflanzliche Alternativen: Aufstriche und vegane "Wurst" auf Basis von Hülsenfrüchten (Linsen, Erbsen) oder Tofu. (Vorteil: 0% Cholesterin. Wichtig: Auf den Salz- und Fettgehalt in der Nährwerttabelle achten
)
Zu vermeidende Wurstsorten (Rote Liste)
Diese Sorten verschlechtern die Blutfettwerte (LDL-Cholesterin), fördern Entzündungen und erhöhen den Blutdruck:
- Salami, Cervelatwurst, Mettwurst
- Streichwürste (Leberwurst, Teewurst)
- Brühwürste (Fleischwurst, Mortadella, Lyoner, Gelbwurst)
- Speck / Bacon
Ernährungsplan: So essen Sie Wurst auf Brot richtig
Wenn pAVK im Stadium IIa (Schaufensterkrankheit) und KHK vorliegen, ist die Durchblutung bereits stark eingeschränkt. Der Plan zielt darauf ab, die Gefäße nicht weiter zu belasten.
- Häufigkeit reduzieren: Wurst sollte nicht täglich auf dem Speiseplan stehen. Reduzieren Sie den Wurstkonsum auf maximal 1 bis 2 Mal pro Woche.
- Die richtige Grundlage (Brot): Essen Sie die magere Wurst immer auf echtem Vollkornbrot (z.B. Roggenvollkorn, Pumpernickel). Weißbrot oder Graubrot lassen den Blutzucker (Diabetes Typ 2) zu schnell ansteigen und enthalten kaum gefäßschützende Ballaststoffe.
- Butter ersetzen: Verzichten Sie auf Butter unter der Wurst (enthält tierische, gesättigte Fette). Nutzen Sie stattdessen:
- Dünn aufgetragenen Magerquark oder körnigen Frischkäse
- Senf (kalorienarm und oft gesund)
- Hummus (Kichererbsenpüree) oder etwas Avocado (gute, ungesättigte Fettsäuren)
- Tomatenmark
- Gemüse als "Füller": Belegen Sie das Wurstbrot immer reichlich mit Gemüse. Das sättigt, liefert Vitamine, Antioxidantien und Ballaststoffe, bremst den Blutzuckeranstieg und schützt die Gefäße. Ideal sind:
- Tomatenscheiben
- Gurken
- Radieschen
- Paprika
- Frische Kräuter (Kresse, Schnittlauch)
- Portionskontrolle: Eine Portion bedeutet: 1 bis maximal 2 dünne Scheiben (ca. 20-30g) Wurst pro Mahlzeit.
- Trinken: Ausreichend Wasser oder ungesüßten Tee trinken, das hilft bei pAVK die Fließeigenschaften des Blutes zu verbessern.
Exkurs: Gesunder Butter-Ersatz auf dem Brot
Butter und viele herkömmliche Margarinen sind bei KHK und pAVK problematisch. Butter besteht fast komplett aus tierischen, gesättigten Fettsäuren, die die Cholesterinwerte (LDL) erhöhen und die Arterienverkalkung beschleunigen. Um die Gefäße zu schonen, greifen Sie am besten zu diesen gesunden Alternativen als Unterlage für Ihr Brot:
Die besten Alternativen
- Magerquark oder körniger Frischkäse (Hüttenkäse): Extrem fettarm und proteinreich. Mit frischen Kräutern verrührt eine perfekte, herzgesunde Basis.
- Pflanzliche Brotaufstriche (z. B. Hummus): Pürierte Kichererbsen oder Linsenaufstriche enthalten hochwertige pflanzliche Eiweiße, Ballaststoffe (sehr gut für den Blutzucker bei Diabetes Typ 2) und ungesättigte Fettsäuren.
- Avocado: Liefert sehr wertvolle einfach ungesättigte Fettsäuren, die das Herz-Kreislauf-System schützen. Etwas zerdrückte Avocado ist ein cremiger und sehr gesunder Butterersatz.
- Senf oder Tomatenmark: Fast kalorien- und fettfrei. Senf bringt Würze und ist dank der Senföle gut für die Verdauung.
- Hochwertiges Olivenöl: Nach mediterranem Vorbild das Brot leicht mit nativem Olivenöl extra beträufeln. Die enthaltenen Omega-Fettsäuren wirken entzündungshemmend und gefäßschützend.
Was ist mit Margarine?
Wenn Sie auf ein klassisches Streichfett nicht verzichten können: Wählen Sie weiche Pflanzenmargarinen im Becher (am besten auf Raps- oder Olivenölbasis), die reich an Omega-3-Fettsäuren und frei von gehärteten Fetten (Transfetten) sind. Feste Margarine-Würfel meiden. Manche spezielle Diät-Margarinen mit Pflanzensterinen können zudem aktiv das Cholesterin senken.
Exkurs: Käse auf Brot – Darauf sollten Sie achten
Ähnlich wie bei der Wurst gilt auch beim Käse: Viele Sorten enthalten viel Salz und einen hohen Anteil an tierischen (gesättigten) Fetten, was bei KHK und pAVK problematisch ist. Für Diabetiker (Typ 2) ist Käse wegen des fehlenden Zuckers zwar blutzuckerneutral, die Fette belasten jedoch die Blutfettwerte und die Gefäße.
Empfehlenswerte Käsesorten
- Harzer Käse / Mainzer Käse (Sauermilchkäse): Der absolute Spitzenreiter
Er enthält meist weniger als 1 % Fett, extrem viel Protein und ist sehr cholesterinarm.
- Körniger Frischkäse (Hüttenkäse): Sehr fettarm und proteinreich. Eignet sich auch ideal als Unterlage anstelle von Butter.
- Fettreduzierter Schnittkäse: Z.B. Gouda, Edamer oder Tilsiter in der "Light"-Variante (oft als 30 % Fett i. Tr. deklariert).
- Mozzarella (Light): Enthält deutlich weniger Salz als die meisten Hartkäsesorten und ist in der fettreduzierten Variante eine gute Wahl.
Zu vermeidende Käsesorten (Rote Liste)
- Schmelzkäse (Toastkäse-Scheiben): Enthalten oft viel Salz und zugesetzte Phosphate, welche die Gefäßinnenwände zusätzlich schädigen können. Unbedingt meiden
- Vollfette Hart- und Schnittkäse: Z.B. Parmesan, alter Gouda, Bergkäse, Cheddar. Sie sind sehr salzig und extrem reich an gesättigten Fettsäuren.
- Doppelrahmfrischkäse & Mascarpone: Enthalten extrem viele gesättigte Fette.
- Vollfette Weichkäse: Z.B. fetter Camembert, Brie oder Blauschimmelkäse.
Hinweis: Dieser Plan dient der Information und ersetzt keine ärztliche oder diätologische Beratung. Da es sich bei KHK und pAVK um ernste Gefäßerkrankungen handelt, sollten Sie Ihre genauen Cholesterin- und Langzeitblutzuckerwerte (HbA1c) mit Ihrem behandelnden Arzt besprechen.